Smalltalk und Sein

Eine zufällige Begegnung. Dabei kam mir dieses Zitat in den Sinn:

Die unmittelbare Wirkung des Seins, des Vorbild, ist immer eine größere als die der Sprache.“

Buch “… Und trotzdem Ja zum Leben sagen“ (Seite 122) von Victor E. Frankel

Freitag, 28.5.2021

Waldpark Mannheim, abendlicher Spaziergang am Rhein. In „meiner“ Hütte bereits sitzt jemand, laut Musik hörend. Ich sage freundlich “Guten Abend“ und setze mich dazu.

Er dreht von sich aus der Musik leiser… fragt, ob es leise genug sei und bietet mir sogar etwas zu trinken an.

Wir kommen ins Gespräch. Angeregter Smalltalk über Musik, Musikerkennungssoftware und Fahrräder, denn er hatte ein ansehnliches Fahrrad dabei. Der vollbärtige junge Mann sagt, dass er 25 Jahre alt sei und ich erwidere, dass ich 58 Jahre alt bin. Er meinte ich wirke jünger. Er stammt aus der Türkei oder dieser Region. Über seine Abstammung sprachen wir nicht, da wir mit den oben genannten Themen vollauf beschäftigt waren. Er sprach, den Gesprächsfluss begünstigend, sehr gut Deutsch.

 Zum Abschied bedankt sich der junge Mann überschwänglich bei mir für das angenehme Gespräch. Es habe ihm gut getan mit mir zu sprechen denn er fühlte sich zuvor traurig und depressiv und jetzt ginge es ihm besser.

Über dieses Feedback war ich sehr erfreut und erstaunt zugleich, hatten wir uns doch nur, jedoch angeregt, über alltägliche Dinge unterhalten und ich hatte auch nicht den Eindruck den jungen Mann aufmunterten zu müssen.  

Ich war an diesem Abend ruhig, gelassen und vor allen Dingen präsent, im Hier und Jetzt. Sein im Hier und Jetzt. So kam mir das Zitat vom Viktor E Frankel einmal mehr in den Sinn. 

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